Donnerstag, 17. September 2009

Foster/ Tara Bulga National Park

Nachtrag zum 15.09.09:

Genug von der Stadt! Am frühen Morgen sind wir heute aufgebrochen Richtung Süd-Osten nach South Gippsland (den grünsten Teil Australiens). Auf der Fahrt haben wir unseren neuen Lieblingsradiosender „JJJ“ (Triple J) gehört, der nur Indie-Musik spielt und in den letzten Tagen hauptsächlich das neue Muse-Album hoch und runter gedudelt hat, was Manu natürlich sehr erfreute, Miri aber weniger. Ok, als Ausweichstation gibt es streckenweise auch KROQ mit guter Rockmusik – auch gerne mal einheimisch mit Jet, Wolfmother, British India usw. Nungut, die Fahrt war dieses Mal kurz (200 km), so dass wir um die Mittagszeit in Foster ankamen und erstmal vor verschlossener Tür vor der Litchfield Lodge (www.promaccom.com.au/litchfieldlodge) standen. Zum Glück gab es ein Touristeninfocenter, in dem wir uns ein Wenig die Zeit vertreiben und Wanderrouten planen konnten. Unser Vorhaben, nach Philip Island zu fahren, wurde rasch verworfen, nachdem wir feststellten, dass die Insel ein wahrer Touri-Nepp zu sein scheint. Anstatt dessen beschlossen wir den Tara Bulga Nationalpark rund 70 km entfernt von Foster am Nachmittag zu besichtigen. Und das war dann auch die gold-richtige Entscheidung, zumal wir den Park fast für uns alleine hatten. Nach einer kurvenreichen Tour mit dem Auto durch diverse Regenwaldgassen, waren wir nach 1 Stunde Fahrt endlich im Park angekommen und haben erst einmal die Natur mit all den Farnen, Lianen, Königs-Eukalyptusbäumen, Wasserfällen usw. genossen.

Regenwald mit meterhohen Farnen, die an die Urzeit erinnern

Highlight beim Regenwaldspaziergang war die Hängebrücke „Suspention Bridge“, die eine mit Farnen bewachsene Schlucht überspannt.

Manu auf der Hängebrücke

Auf der Wanderung haben wir uns zudem mit einem Lyrebird „unterhalten“, der ein toller Stimmenimitator ist und gerne das Vorgepfiffene nachträllert. Er ist ein Vogel, der etwa die Größe eines Huhns hat, am Boden lebt und ähnlich wie ein Pfau aussieht mit langem Schwanz, jedoch in schwarz/weiß. Man sieht diese Vögel eher selten, weil sie sich gut im Unterholz verstecken und man nie genau sagen kann, woher ihr Rufen kommt. Aber heute haben wir gleich 4 von den Birdies gesehen. *wow* Zur Dämmerung hin wurde es aber erst richtig spannend. Wie Ihr wisst, heißt unser Blog ja „Wombattour“ – und das nicht ohne Grund. Wir sind nämlich Fans der Tierchen, die auch mit den Koalas verwandt sind, aber eher wuchtig daher kommen und in Erdlöchern leben. Bislang hatten wir kein Glück, ein lebendiges Exemplar vor die Linse zu bekommen. Jedoch heute war einer der Gesellen ganz in der Nähe unseres geparkten Autos unterwegs und ließ nahe an sich heran kommen und Bilder schießen! Das hat uns sehr gefreut. Mission: completed!

Unser erster lebender Wombat in Australien


Aber damit nicht genug: selbst die bunten Eastern Rosellas (Sittiche) waren heute ganz zutraulich und haben uns tatsächlich aus der Hand gefressen. Die kleinen Frechdachse wollten uns gar nicht mehr wegfahren lassen und haben sogar beim Anfahren unser Autodach „besetzt“, so dass wir mal ein ernstes Wörtchen mit ihnen wechseln mussten.


Miri farblich abgestimmt auf ihren neuen Freund: Mr Rosella

Auf der Rückfahrt aus dem Nationalpark sind uns anschließend noch mehrere Wallabies (die kleinen Kängurus mit den putzigen Gesichtern) und sogar ein Adler-Pärchen begegnet. Auf der Heimfahrt haben wir im Nachbarort von Foster, in Toora auf Anraten unser B&B-Mama Meg hin, das „Toora Hotel“ (in Australien heißen Restaurants, Clubs, Pubs etc. gerne einmal „Hotel“, obwohl sie keine Übernachtungsmöglichkeiten bieten – sehr verwirrend…) ausprobiert. Von außen sah das ganze eher wie ein Bauernpub mit Bingo-Raterunde aus und wir waren eher skeptisch.

Lust auf eine Runde Pub-Bingo??? - Toora Hotel von innen


Ein Blick auf die Karte und in die Küche überzeugte uns jedoch. In dieser Art von Gastronomie ist es üblich, sein Essen zwar am Tisch auf der Speisekarte auszuwählen, jedoch muss man bei der Kellnerin an der Kasse bestellen und zahlen, bekommt das Essen aber später an den Tisch gebracht. Die Getränke muss man ebenfalls an der Bar ordern, gleich bezahlen und mitnehmen. Sehr interessantes Konzept! Das Essen war dann auch der Hammer: über die Teller konnte man kaum drüber sehen, so voll waren diese beladen. Manus „Neptunplatte“ mit fangfrischem Seafood und Miris Gnocchi mit Tomaten-Oliven-Minze-Soße und Parmesan waren oberlecker und extrem sättigend.

Nach solch einem Schmaus ging’s dann nach Haus und jetzt ist die Geschichte aus.

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