Mittwoch, 30. September 2009

Singapur

Zurück zum Thema Dorian-Frucht. Diese Frucht hat uns auch schon bei unserem Thailandurlaub verfolgt: sie ist riesig, außen stachelig, innen hat sie Kerne, die von einem gelblichen Fruchtfleisch umgeben sind, das man essen kann. In sämtlichen Hotels sowie in der Bahn sind die Früchte aber aufgrund des Gestanks, den sie mitunter entwickeln können, verboten. Sie werden aber überall auf der Straße und teilweise im Supermarkt angeboten und je nach Qualität für teures Geld verkauft. Manu war schon die ganze Zeit neugierig und wollte die Frucht einmal probieren, da sie angeblich wie Vanillepudding schmeckt. Gestern auf dem Nachtmarkt hier um die Ecke konnten wir dann einen Verkäufer überreden, uns anstatt der großen Mengen, die sonst von der Dorian-Frucht angeboten werden, für 2 Dollar eine kleine „Bohne“ zum Probieren zu geben. Angeblich war es auch eine gute Qualität, denn nach ein paar Tagen gären die Früchte und stinken bzw. schmecken für unsere Geschmackssinne eklig. Die Singapurer essen sie trotzdem und auch wir probierten. Allerdings war das eher ein Schockerlebnis. Schon beim Schnuppern an der Bohne verzog Miri das Gesicht und nach dem Biss in die Frucht bestätigte sich auch der Verdacht: das schmeckte ganz und gar nicht nach Vanillepudding, sondern eher nach faulen Eiern. Manu, der einen großen Bissen genommen hatte, ließ der Geschmack auch den ganzen gestrigen Abend nicht mehr los. Resultat: igitt! Leute, lasst am besten die Finger davon, wenn ihr mal in Asien unterwegs seid, auch wenn hier sogar Dorian-Eis, -Limo und dergleichen angeboten werden! Das zusätzlich Schlimme ist, dass sich die Frucht auch schwer verdauen lässt und unsere Finger trotz mehrfachen Waschens danach gerochen haben.


Besser nicht essen: Dorian-Früchte


Jetzt aber mal zurück zu spannenderen Themen: Heute ganz früh haben wir uns mit dem Bus Richtung Urwald begeben, wo wir im Mac Richie Reservoir den Tree Top Walk machen wollten.


Bisschen dunstig...ging es ab in den Urwald


Die rund 3-stündige Wanderung durch den Regenwald war aufgrund der Witterungsverhältnisse bedeutend anstrengender als eine Wanderung in den Alpen: Luftfeuchtigkeit und Hitze setzten uns schnell zu – aber der Ausblick auf der Hängebrücke des Tree Top Walk über den Urwald entschädigte uns ein bisschen.


Manu auf dem Tree Top Walk



Von der Brücke in den Urwald


Auf dem Weg zurück zur Bushaltestelle sind uns zwar leider keine Affen begegnet (man hat sie aber lautstark in den Bäumen kreischen hören können), die hier im Urwald leben, aber immerhin einige kleine und auch Katzen-große Echsen, Eichhörnchen, Schmetterlinge, überdimensionale Ameisen (in etwa so groß wie eine deutsche Wespe!!) und eine Schlange (zum Glück nur noch der Schwanz, der im Laub neben dem Weg verschwand…)


Einer der Kollegen am Wegesrand


Nach der anstrengenden Wanderung waren wir froh, im Hotel erst einmal eine Dusche und ein kleines Mittagsnickerchen nehmen zu können. Frisch und aufgeweckt ging es dann nach Little India, wo es zuging wie auf einem Indischen Basar: Goldgeschäfte, Klamottenläden, Gewürzläden, Take Aways und Nippesläden reihten sich an Märkte mit Blumenständen, Hennamalerinnen und Schmuckhändlern.


Tor nach Little India


Farben und Nippes, soweit das Auge reicht


Es ging bunt zu und die Gerüche erinnerten schwer an ein gutes, indisches Curry. Zum Ausklang des Tages waren wir am Abend „down town“ unterwegs am Singapur River, wo wir trotz des heute Abend dichter werdenden Dunstes einen tollen Ausblick auf die Skyline hatten und einen Spaziergang entlang des Flusses machten.


Miri mit Skyline und Merlion

Singapur River mit Skyline bei Nacht

Dort herrschte reges Treiben: Bars, Fastfoodketten und Restaurants reihen sich hier aneinander und für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Anstrengend wird es allerdings, wenn man vor jedem Essenstempel angesprochen, mit der Speisekarte gelockt und fast schon gedrängt wird, etwas zu essen oder zu trinken. So verhält es sich auch in den Kaufhäusern, Geschäften und Foodcourts: kaum schaut man sich etwas genauer an, stehen schon 1-2 Verkäufer neben einem und wollen einem irgendetwas aufschwatzen. Das nervt schon… Dann lieber doch: Servicewüste Deutschland! :)

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