Der Tag begann, wie nicht anders zu erwarten, mit einer Menge Regen. Also mussten wir unsere Wanderpläne für heute auf Eis legen und haben uns stattdessen einem kleinen Ausflug zu den Waitomo Caves mit einem Abstecher nach „Herr der Ringe“-Land Hobbingen (Hobbiton) gewidmet. Erst einmal fuhren wir in Richtung Matamata, was etwa 90 km von unserem derzeitigen „Heimatort“ Rotorua entfernt liegt, da dort das Filmset zu Hobbingen liegt. Aus unserer Richtung war das Set jedoch nicht ausgeschildert, so dass wir uns im Touristenbüro erst einmal informierten, wie wir denn dort hinkommen können. Dort sagte man uns, dass die Fahrt dorthin nur mit einem Busshuttle möglich sei und pro Person 53 NZ Dollar kosten sollte. Da wir aber nicht ausgiebig Zeit für diese Tour hatten, haben wir uns einfach den Weg nach Hobbingen selbst gesucht bzw. die Verfolgungsjagd auf einen Touribus aufgenommen.

Gollum begrüßt die Besucher von Matamata, dem Tor zu Hobbingen
Wir haben uns sehr gewundert, wie die Scouts von „Herr der Ringe“ diesen Drehort wohl im Vorfeld entdeckt bzw. ausgesucht haben, denn er liegt wirklich im Hinterland und ist nur durch geteerte Feldwege zu erreichen, die aber schwer von den Hauptstraßen aus einsehbar sind. Leider ist vom Dorf Hobbingen, wie man es aus den Filmen kennt, nicht mehr all zu viel Kulisse übrig geblieben. Genau genommen nur noch die Hügellandschaft mit eingelassenen weißen Hausfassaden, die die Hobbit-Häuser darstellen sollen. Zwar konnten wir dem Touribus bis zu einem Gatter folgen, aber dann war es vorbei für uns, denn ab dort musste man den Eintritt zahlen. Wir haben das Gebiet noch einmal umrundet und versucht, einen Blick auf das Filmdörfchen zu erhaschen – aber da die Landschaft hier so hügelig ist und das Set zudem weiträumig umzäunt, hat das nicht wirklich geklappt. Immerhin haben wir einen wagen Eindruck der Kulisse bekommen und können behaupten, dass wir schon auf den Spuren von Elijah Wood und Peter Jackson gewandelt sind.
In dieser Hügellandschaft waren sie zu Hause: die Hobbits
Dann ging es aber zu unserem eigentlichen Ziel, das schon vorab gebucht war und weshalb wir etwas unter Zeitdruck standen. Im rund 150 km entfernten Waitomo gibt es nämlich Höhlen, in denen nicht nur wunderschöne Tropfsteine wachsen, sondern auch Tausende von Glühwürmchen leben. Am Black Water Rafting Cafe mussten wir unser Auto parken und in warme Kleidung gehüllt (in den Höhlen sind es nämlich nur 12 – 14°C), warteten wir auf unseren Abholservice von der Höhlencrew. Unser Fahrer hieß Hobb und sammelte auf dem Weg zur Ruakuri-Höhle noch 15 weitere Personen auf, die zusammen mit uns in einem Kleinbus zu besagter Höhle gebracht wurden. In einer rund 2-stündigen Wanderung durch die Höhle erklärte uns Hobb Entdeckung, Entstehung und mehr zur Höhle, den Tropfsteinen und den Glühwürmchen, die hier leben. Die Höhlen wurden 1887 von einem interessierten Maori-Häuptling zusammen mit einem englischen Geographen erstmals vermessen und so stieg auch das Interesse an der Höhle. Das Land, auf dem sich die Höhlen befinden, gehört nach vorübergehender Verstaatlichung seit ein paar Jahren wieder einem dort ansässigen Maori-Stamm. Viele der Angestellten dort sind auch Maoris – so wie unser Guide Hobb. Die Höhle mit ihrem Millionen Jahre alten Gestein, den wilden Flüssen, die unter den Stegen, auf denen wir uns durch die langen Höhlengänge bewegten, flossen und die Glühwürmchen haben uns schwer beeindruckt.
Stalagtiten in der Ruakuri-Höhle
Höhlenimpression
Leider ließen sich die kleinen Tierchen nicht all zu gut ablichten, so dass an dieser Stelle eine entsprechende Bebilderung fehlt. So viel sei aber gesagt: wenn Hobb das Licht in der Höhle ausschaltete, damit wir die Würmchen an der Decke und an den Wänden hängen sehen konnten, sah das aus wie ein Blick auf einen Sternenhimmel. Die Würmchen, die eigentlich keine Würmer sondern Fliegenlarven sind, die noch nicht ausgewachsen sind und Spinnenweben-ähnliche Fäden an den Wänden herunter hängen lassen, um Nahrung zu fangen, leuchten im Dunkeln bläulich. Als wir nach der Führung aus der Höhle heraus kamen, wurden wir von der strahlenden Sonne begrüßt, die uns auch auf einem Großteil des Rückwegs begleitete, so dass wir die herrlich-grüne Landschaft Neuseelands erstmals in ihrer wahren Pracht wahrnehmen konnten.

So schön idyllisch: Hügellandschaft auf dem Weg nach Rotorua
Aber je näher wir Rotorua kamen, desto schlechter wurde das Wetter wieder und ist derzeit immer noch nass. - Keine Besserung in Sicht, wenn man dem Wetterbericht glauben darf…
Wir hatten ja kurz überlegt, ins Manga-Kino zu gehen,
aber leider lief kein guter Film...
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